Altheimer Rathaus erhalten – aber wie?

 Seit Mai des letzten Jahres organisieren Mitglieder und Freunde des heutigen „ARThaus Kunst und Kultur Altheim-Münster e.V.“ Veranstaltungen im ehemaligen Altheimer Rathaus. Das alles geschieht mit Duldung durch den Bürgermeister und des Gemeindevorstandes. Auch seitens der CDU hat man sich schon anerkennend über die Aktivitäten des Vereins geäußert. Engagement im Verein ist für die CDU immer förderungswürdig, wobei die Vereinsförderung seitens der Gemeinde gerecht und gleichermaßen erfolgen muss.

 Zuletzt war in Münster geplant, dass das Sportgelände am Mäusberg zum Wohnbaugebiet umgenutzt  und der Erlös aus dem Grundstücksverkauf quasi zur Errichtung eines neuen Sportgeländes verwendet werden sollte. Nutznießer der neuen Sportstätte wäre letzten Endes nur ein Verein geworden, was für die CDU jedoch nicht mit dem Grundsatz der Gleichbehandlung der örtlichen Vereine zu vereinbaren war. Mit dem Altheimer Rathaus verhält es sich nun ähnlich. Es ist hinlänglich bekannt, dass erhebliche Aufwendungen für die Erhaltung des Hauses erforderlich sind. Und wenn die öffentliche Hand eine Sanierung erledigt, wird es meist besonders teuer. Im Oktober nun überraschte Bürgermeister Frank, zumindest die CDU-Fraktion, mit dem Antrag, das ehemalige Rathaus auf Kosten der Gemeinde zu sanieren und kündigte dazu eine EU-Förderung in Höhe von 200.000 Euro an. Die Gemeinde selbst sollte dann nur noch 160.000 Euro zuzahlen müssen. Angesichts der Summen, die nur wenige Wochen vorher zur Sanierung des Hauses genannt wurden, klang das für die CDU quasi so, als wäre nun die Sanierung des Hauses zum „Schnäppchenpreis“ zu haben. Einige Wochen vorher war noch von Sanierungskosten im Bereich von fast  500.000 Euro die Rede. Erwähnt werden muss auch, dass durch die Förderung das ehemalige Rathaus für zwölf Jahre  entsprechend der EU-Förderrichtlinien zweckgebunden genutzt werden muss. Die CDU verweigerte dem Vorhaben daher die Zustimmung, zumal auch trotz der Förderung weitere Folgekosten für die Unterhaltung des Gebäudes für die Gemeinde zu erwarten sind.

Mit einem Antrag wollte die CDU im letzten Jahr erreichen, dass sowohl Sanierungskosten wie auch künftige Unterhaltungskosten die Gemeindekasse nicht mehr belasten. Dabei kam deutlich zum Ausdruck, dass damit nicht die Arbeit des Vereins getroffen werden sollte, denn mit ihm sollte als erstes über Rahmenbedingungen für die Nutzung des Gebäudes gesprochen werden. Anzumerken ist in diesem Zusammenhang, dass auch der Verein  die vom Bürgermeister angesprochene EU-Förderung beantragen kann, das LEADER-Programm richtet sich nicht nur an Kommunen, sondern auch an andere Träger.

Einen Ansatzpunkt für die weitere Vorgehensweise sieht die CDU mit der Überlassung des Gebäudes an den Verein in Erbpacht und die Förderung der Sanierung im Rahmen der bestehenden Richtlinien zur Vereinsförderung. Mit diesem Standpunkt lässt sich die CDU von der Tatsache leiten, dass die Gemeinde schon viele ältere kommunale Gebäude instand zu halten hat und im OT Altheim mit der Sport- und Kulturhalle sowie dem Gustav-Schoeltzke-Haus zwei weitere Einrichtungen unterhalten werden wollen.

Richtet man dann noch den Blick über den Tellerrand hinaus, sieht man, dass die Stadtverordneten in Dieburg, aufgrund der Unterhaltungskosten, den Verkauf des historischen Badhauses diskutieren, in Hergershausen ein Schild an der ehemaligen Schule darauf hinweist, dass das Gebäude zum Verkauf ansteht und die Stadt Offenbach eine ähnliche wie das ehemalige Altheimer Rathaus geplante Einrichtung aufgrund knapper Kassen wieder schließen musste. Die CDU sieht sich daher in ihrer Einschätzung bestärkt.      

 

Erna Roßkopf, Vorsitzende der CDU-Fraktion

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