CDU-Kreistagsfraktion Darmstadt-Dieburg setzt im Kreistag kürzere Schulwege für Schülerinnen und Schüler mit „Förderschwerpunkt Sprachheilung und Hören“ durch – Dr. Mannes: „Gute Lösung für Eltern und Kinder“

„Ohne Wissen der entsprechenden Kommunen und ohne direkte Information an den Schulausschuss hatte der Landkreis Darmstadt-Dieburg als Schulträger eine Umorganisation vorgenommen, die hörgeschädigte Kinder in vier Landkreiskommunen schwer trifft“, begründete die CDU-Kreistagabgeordnete und Mühltaler Bürgermeisterin Dr. Astrid Mannes die Ausgangslage des CDU-Antrages.

 Gingen Grundschüler aus Modautal, Mühltal, Ober-Ramstadt und Roßdorf, die eine Schule mit dem „Förderschwerpunkt Sprachheilung und Hören“ besuchten, bislang auf die nahegelegene Herderschule in Darmstadt, so müssen sie seit 2015 statt dessen die Mira-Lobe-Schule in Eppertshausen besuchen und damit zum Teil einen über einstündigen Schulweg (einfache Strecke) auf sich nehmen. Unzumutbar, fanden nicht nur die betroffenen Eltern und Schüler, sondern auch die Kreis-CDU.

In einem Antrag zur Kreistagssitzung am 1. Februar 2016 forderte die CDU-Kreistagsfraktion,  dass Grundschüler mit Förderbedarf im Bereich Sprachheilung und Hören aus diesen vier Kommunen künftig wieder die Herderschule in Darmstadt besuchen dürfen. Bürgermeisterin Dr. Mannes aus Mühltal wies in ihrer Rede im Kreistag darauf hin, dass das Motto „Kurze Beine – kurze Wege“, das man sonst bei Grundschülern praktiziere, auch für Grundschüler mit Förderbedarf gelten müsse.

Im Schulausschuss wies Schuldezernent Fleischmann im Rahmen der Beratungen zu diesem Antrag auf die zu entrichtenden Gastschulbeiträge an die Stadt Darmstadt hin, die vom Landkreis gezahlt werden müssten, aber aus Wirtschaftlichkeitsgründen nicht gezahlt werden könnten. So wurde der Antrag dahingehend geändert, dass den Eltern aus Mühltal, Modautal, Ober-Ramstadt und Roßdorf künftig zumindest eine Wahlfreiheit zwischen den beiden Schulen mit dem „Förderschwerpunkt Sprachheilung und Hören“ in Griesheim und Eppertshausen zugestanden wird. Zudem solle der Erste Kreisbeigeordnete im Rahmen der Verhandlungen um einen gemeinsamen Schulentwicklungsplan mit der Stadt Darmstadt auf eine gemeinsame Schulträgerschaft der drei Schulen mit „Förderschwerpunkt Sprachheilung und Hören“ hinwirken, damit die entsprechenden Schüler aus Stadt und Landkreis künftig frei wählen können und keine Gastschulbeiträge mehr anfallen.
Dieser geänderte Antrag wurde einstimmig am Montag vom Kreistag beschlossen.

Die CDU-Kreistagsfraktion zeigt sich zufrieden mit dem Ergebnis, da ihr Antrag doch die Lage für hörgeschädigte Kinder im Grundschulalter in vier Landkreiskommunen erheblich verbessern werde. „Wir erwarten, dass sich der Landkreis engagiert in die Verhandlungen um einen gemeinsamen Schulentwicklungsplan mit der Stadt Darmstadt einbringt, damit die Grundschüler mit dem „Förderschwerpunkt Sprachheilung und Hören“  des Landkreises künftig auch wieder den kurzen Weg an die Herderschule in Darmstadt absolvieren können“, so Dr. Mannes.

Unklar bleibe, warum es erst eines Antrages der CDU bedurfte, bis der Schuldezernent Fleischmann (Bündnis 90/Die Grünen) den betroffenen Schülern aus Modautal, Mühltal, Ober-Ramstadt und Roßdorf die Möglichkeit zugestand, auch den kürzen Schulweg nach Griesheim zu wählen. „Auch die Tatsache, dass es bis 2015 für Landkreisschüler möglich war, die Herderschule in Darmstadt zu besuchen und ab 2015 die Gastschulbeiträge wegen der Frage der Wirtschaftlichkeit nicht mehr gezahlt werden konnten, wirft die Frage auf, ob im Landkreis vor 2015 keine Wirtschaftlichkeitsüberlegungen angestellt wurden“, so die Mühltaler Bürgermeisterin abschließend.

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